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Liebesgedichte
von Erich Fried
in
einer Bearbeitung für Sprache_Ines
Burkhardt Bühnengestaltung_Helene
Ravn Klang_Udo
Stunz, Ingo Ross
Während
das Publikum bereits seine Plätze einnimmt, beseitigt
Raumpflegerin Ines in aller Ruhe und Gelassenheit noch
die letzten Überbleibsel der vergangenen Vorstellung.
Sie fegt Krümel zusammen, bringt die Stuhlreihen
wieder in Ordnung und sorgt dafür, dass alles sauber
ist und glänzt. Während einer kleinen
Verschnaufpause findet Sie einen Stapel alter Briefe,
die offensichtlich im Theater liegengeblieben waren
- Liebesbriefe und Liebesgedichte. Zunächst
amüsiert beginnt sie darin zu lesen - bald aber
verschmelzen die Briefe mit ihrer eigenen Erinnerung
und Phantasie zu einem dichten Stimmungsbild. Gedankenversunken
begrüßt sie die beiden Musiker, die an diesem
Abend eigentlich das Programm gestalten sollten. Zwischen
ihnen entsteht ein ungezwungener Dialog von Sprache
und Musik, indem große innere Bilder von Liebe
und Erotik, Zuneigung und Trennung, Freude und Schmerz
entstehen, die sich in den Bühnengemälden
visualisiert wiederfinden.
"Frieds
Liebesgedichte suchen den heutigen Ort der Liebenden
auf, so eingeschränkt sie durch den Beton der äußeren
und inneren Landschaften sein mögen. Freundlich
und zärtlich beschreiben sie die Gefühle außerhalb
des Konsums, die behutsamen Gespräche ohne Medienwirrwarr,
das Vertrauen zum anderen dort, wo sonst niemand mehr
niemandem traut und jeder zum Feind des anderen gemacht
werden soll."
In
der Performance "Als ich mich nach dir verzehrte" erweckt
die Schauspielerin Ines Burkhardt die Gedichte Frieds
zum Leben. Unterstützt wird sie dabei durch musikalische
Improvisationen von Udo Stunz (Tenor- und Sopransaxophon)
und Ingo Ross (Perkussion). Die aus Kopenhagen stammende
Malerin Helene Ravn sorgt mit ihrer Bühnengestaltung für
die farbige Interpretation der Gedichte.
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